Von den ersten Schritten bis zur Fleischrinderzucht:

1992 wurde die Landwirtschaft von uns angekauft und wird seither als Familienbetrieb im Nebenerwerb geführt. Eine der ersten wichtigen Investitionen war der Erwerb der Zuchtkalbinnen. Innerhalb kurzer Zeit wurden auf den Versteigerungen sieben trächtige Tiere erworben, zwei davon sind die Stammkühe unserer Fleckviehzucht. Bis heute wurden nur mehr drei weitere weibliche Tiere zugekauft, zur Remontierung wird die eigene Nachzucht herangezogen. Seit 1995 wird der Betrieb biologisch bewirtschaft. Außerdem sind wir Mitglied im ALMO- Verein. 2004 erfolgte der Entschluss neben der Milchkuherde auch eine Fleckvieh-Fleisch- Mutterkuhherde aufzubauen. Die Grundlage bilden Kühe aus der Milchkuhherde mit guter Bemuskelung und Kalbinnen aus den Milchkühen, die ebenfalls überdurchschnittlich bemuskelt waren. Da unsere Kühe es mit der „Fauenquote“ bei den Abkalbungen sehr genau nahmen, konnten wir die Herde setig vergrößern und bald mit dem Verkauf von weiblichen Zuchttieren beginnen. 2009 kam die erste (und bisher einzige) Charolais auf den Betrieb, eine Kalbin aus der Zucht von Meier Toni, Luxemburg.

Unsere Rinder genießen den Sommer auf der Weide

Unsere Rinder genießen den Sommer auf der Weide

Tierhaltung:

Die Mutterkühe mit Kälbern, Kalbinnen und männliche Jungtiere werden im Winter im Dreiflächen – Tretmiststall gehalten. Tagsüber haben alle Rinder Zugang zum befestigten Auslauf, in dem über eine Rundballenraufe die Silofütterung erfolgt. Von Mai bis Oktober werden die Mutterkühe mit Kälbern und Jungtiere auf die nahe gelegene, hofeigene Sommerweide aufgetrieben. Dies ermöglicht uns, jeden Tag selbst das Wohlbefinden unserer Tiere zu kontrollieren, Besamungen ohne großen Aufwand durchzuführen. Interessenten können das ganze Jahr über die gesamte Herde besichtigen.

Da die meisten männlichen Kälber bald kastriert werden und Stiere nach dem Absetzen in der ELP Kalsdorf geprüft werden,  können wir die Mutterkuherde und die Jungrinder das ganze Jahr über gemeinsam halten, was den Arbeitsaufwand sehr erleichtert. Die Milchkühe, deren Kälber und hochträchtige Tiere werden im Sommer ebenfalls ganztägig auf der Weide gehalten.

Zucht:

 

LiviusWaageDa überwiegend künstliche Besamung und kein Natursprung durchgeführt wird, kann für jedes Tier die optimale Anpaarung ausgewählt werden. Unsere Zuchtherde besteht aus Nachkommen von den Doppelnutzungsstieren Haxzeus, GS Romaf, GS Edwin und Rumen, sowie von den Fleckvieh- Fleisch Vererbern Ronni PP, Supery Pp, Poldau PP, Vito PP, Campari PP und Sirius Pp. Wenn es sich ergibt und wir einen der Jungstiere nach der Eigenleistungsprüfung vorübergehend am Betrieb haben, darf auch der schon mal sein Glück bei den Damen versuchen. Daher haben wir auch schon Nachwuchs von eigenen Stieren am Betrieb. 2015 wurde überwiegend mit Steinadler besamt, außerdem gibt es Nachwuchs von Atlas PP, Lazarus PP und Curaheen Vio pp. 2016 wird voraussichlich mit Popes Barclay pp, Rekord Pp und Grinalta’s Excel besamt.

Kriterien für die Auswahl der Stiere sind Rahmen, Fundament und Bemuskelung (bei Kalbinnen natürlich auch der Kalbeverlauf). Für die Zucht vorgesehene Stiere werden in der ELP Kalsdorf geprüft. Die meisten männliche Kälber werden ehestmöglich kastriert. Die Ochsen werden entweder bei uns fertig gemästet oder an ALMO-Mäster weiterverkauft.

Ausstellungen

Die Teilnahme an Rinderschauen ist in der Fleischrinderzucht wichtiger als bei Milchkühen.

Die Teilnahme an Rinderschauen ist in der Fleischrinderzucht wichtiger als bei Milchkühen.

Die Teilnahme an Rinderschauen gehört für uns zum fixen Bestandteil der Zuchtarbeit. Einerseits ist es eine gute Möglichkeit, Kontakte mit Züchtern und Käufern zu knüpfen, andererseits gibt es keine bessere Rückmeldung über die Qualität seiner Tiere. Erfreulicherweise waren wir in den letzten Jahren recht erfolgreich (unsere bisherigen Siegertiere finden Sie beim Tierbestand). Jedem Fleischrinderzüchter sollte klar sein, dass es keine bessere Möglichkeit als Rinderschauen gibt, um Werbung für die Fleischrinderzucht, die Rasse und den eigenen Betrieb zu machen!

Zuchtziel Hornlosigkeit:

Die genetische Hornlosigkeit ist aus unserer Sicht ein wichtiges Mittel, Fleckvieh- Fleisch in der Fleischrinderzucht dauerhaft zu etablieren. Hier haben wie gegenüber vielen anderen Rassen einen deutlichen Vorteil, da man aus einer Fülle von genetisch hornlosen Besamungsstieren wählen kann und keine Einbußen bei Rahmen oder Bemuskelung hinnehmen muss. Der Hornstatus der Besamungsstiere sollte unserer Ansicht nach nicht das wichtigste Kritierium bei der Stierauswahl sein! In erster Linie wollen wir großrahmige, gut bemuskelte Tiere.

Tierbestand:

Der Rinderbestand umfasst insgesamt zwischen 40 und 50 Stück, davon 10 Mutterkühe und 10 Milchkühe. Im Feld rechts finden Sie eine Liste der aktuellen Fleischrinder-Zuchttiere – Sie können dort weitere Infos zu jedem Tier (Fotos, Ergebnisse der Leistungsprüfung und Pedigree) finden.